Veranstaltung

Ökumenisches Friedensgebet zu "30 Jahre Ökumenische Versammlung"

1989-2019 – 30 Jahre Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung

 

Vor 30 Jahren, im April 1989, endete die Ökumenische Versammlung in der DDR. Über mehr als ein Jahr hatten 146 Delegierte aus allen 19 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR (AgCK) miteinander beraten, gestritten und verhandelt. Die Gemeinden und Initiativgruppen waren eingeladen gewesen, ihrerseits ihre Positionen, Sorgen, Befürchtungen und Vorschläge einzusenden, über 10.000 Zuschriften kamen. Die Ökumenische Versammlung in der DDR nahm damit die Einladung auf, die der Ökumenische Rat der Kirchen 1983 ausgesprochen hatte, nämlich, sich zu einem konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu verbinden und sich, aus christlicher Sicht, den Überlebensfragen der Menschheit zu stellen. Die Initiative kam damals von Christof Ziemer, Superintendent und Leiter der Dresdner Stadtökumene.
Am Ende wurden von den Delegierten 12 Ergebnistexte und eine theologische Grundlegung verabschiedet, die am 30. April 1989 in einem Ökumenischen Gottesdienst hier in der Kreuzkirche den Kirchenleitungen als Auftrag zur Weiterarbeit und Umsetzung übergeben wurde. Die Dokumente enthalten neben einer Ist-Analyse immer auch Handlungsempfehlungen für Kirchen, Gemeinden und Einzelne zur konkreten Veränderung von Lebensstilen, Verschwendung von Ressourcen, Umgang miteinander und in der Welt. Staatliche Stellen wurden ebenfalls aufgefordert, sich an dem Prozess zu beteiligen. Durch ihre klare Beschreibung der DDR-Situation und mögliche Schritte wurde durch die Ökumenische Versammlung auch der Boden für eine politische Veränderung im Herbst 1989 mit bereitet. Mehrere Delegierte engagierten sich im Sommer und Herbst 1989 in neu gegründeten Parteien und Initiativen, bzw. wurden Mitglieder in der 1990 gewählten letzten DDR-Regierung.
Im Nachgang zur Versammlung wurde 1990 das Ökumenische Informationszentrum (ÖIZ) gegründet, um die Themen Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung weiterzutragen und wachzuhalten. Gerne tun wir das mit Ihnen zusammen, laden Sie uns ein in Ihre Gemeinde und lassen Sie uns miteinander erkunden, welche Fragen heute zu stellen sind, und wo Christinnen und Christen heute handeln müssen - in ihren Kirchen und gemeinsam mit anderen.

                                          Elisabeth Naendorf, Ökumenisches Informationszentrum e.V.

Eine besondere Einladung zum Ökumenischen Friedensgebet am Montag, 29. April, wo der Verabschiedung der Ergebnistexte der Ökumenischen Versammlung vor 30 Jahren gedacht wird.

Finsternis kann keine Finsternis vertreiben, das gelingt nur dem Licht.
Hass kann den Hass nicht austreiben, das gelingt nur der Liebe.